Skip to main content

Montageanleitung: Klimmzugstange Wand

Die Befestigung einer Klimmzugstange an der Wand ist mit etwas Aufwand und einigen Fragen verbunden. Wo und wie montiert man das Sportgerät denn am besten und was gibt es dabei zu beachten? Wer bei der Befestigung Fehler macht, riskiert schließlich einen gefährlichen Absturz, wenn die Klimmzugstange plötzlich aus der Verankerung reißen sollte.

Wir beschäftigen uns in diesem Beitrag deshalb mit den folgenden Fragen:

  1. Welche Wände sind für die Befestigung einer Klimmzugstange (un-) geeignet?
  2. Kann man mitgelieferte Dübel verwenden?
  3. Was muss man zum Thema Strom- und Wasserleitungen im Montagebereich wissen?
  4. Wie funktioniert die eigentliche Montage der Klimmzugstange?

Zur Beantwortung dieser Fragen haben wir einen Diplom-Ingenieur und Architekten um Rat gefragt und seine Tipps zusammengefasst. Wenn dich nur ein bestimmter Aspekt interessiert, kannst du mit den Links oben zu den einzelnen Abschnitten springen.

1. Welche Wand trägt eine Klimmzugstange?

Angefangen bei den klassischen gebrannten Ziegeln, über Beton oder Kalksandstein bis hin zu Massivholz: Das Spektrum an oft verwendeten Baustoffen ist groß und unterscheidet sich nicht nur in Optik und Dämmleistung, sondern auch in der Belastbarkeit und Stabilität. Damit eine Klimmzugstange sicher und dauerhaft an der Wand hält, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein. Erstens muss die Mauer in sich stabil genug sein und darf unter der Krafteinwirkung nicht zusammenbrechen. Zweitens muss das Baumaterial den Dübeln, die die Belastung auf die Wand übertragen, ausreichend Halt geben. Montiert man eine Stange an ungeeignetem Material, kann das Training schon nach wenigen Sekunden ein unangenehmes Ende finden, wenn das Gestell aus der Wand gerissen wird.

Welche Baustoffe sind (un-) geeignet?

  • Massive Mauern aus herkömmlichen roten gebrannten Ziegeln (Ausnahme s. nächster Punkt), Stein, Beton oder Massivholz sind belastbar und bieten Dübeln und Schrauben sehr guten Halt. Diese Wände eignen sich allgemein hervorragend für die Befestigung einer Klimmzugstange.
  • Leichtere Baumaterialien wie hochporöser Ziegel oder Gasbeton sind zumindest in Kombination mit Standarddübeln nicht geeignet. Diese würden bei Belastung einfach herausreißen. Mit Spezialdübeln, die sich zum Beispiel mit der Wand verkleben, können Sie Ihre Stange unter Umständen trotzdem befestigen. Lassen Sie sich hierzu unbedingt von einem Fachmann beraten.
  • Vorsicht bei Trockenbauwänden aus Gipskartonplatten oder Gipsfaserplatten! Diese werden häufig nachträglich als Raumtrenner eingezogen und bieten weder ausreichende Stabilität noch Belastbarkeit, um die Klimmzugstange tragen zu können. Doch auch hier gibt es Ausnahmen: Verfügt die Wand über einen tragenden Unterbau oder eine hinterlegte Wand (z.B. eine Spanplatte mit ausreichender Stärke), können auch hier meist größere Objekte befestigt werden.

Wie findet man heraus, zu welcher Kategorie eine Wand gehört?

  • Der einfachste (und sicherste) Weg: Frag bei deinem Hausmeister, Bauherren oder Architekten. Falls die gerade nicht greifbar sind, helfen die anderen Tipps weiter.
  • Ein erstes Indiz ist das Alter des Hauses oder der Wohnung. In älteren Gebäuden bestehen die Mauern oft aus den klassischen gebrannten Ziegeln, aus Stein oder Beton und sind damit massiv. In neueren Häusern kommt dagegen häufig hochporöser Ziegelstein zum Einsatz, der eine Klimmzugstange nicht ohne weiteres trägt.
  • Mach den Klopftest und klopfe mit den Fingerknöcheln die Wand ab. Hört sie sich hohl an, handelt es sich um eine leichte, nicht belastbare Wand. Achtung: Wenn sich eine Wand nicht hohl anhört, muss Sie im Umkehrschluss nicht automatisch ausreichend massiv sein.
  • Auch der Bohrstaub gibt einen Hinweis. Roter Staub kommt beispielsweise von gebrannten Ziegeln, die für eine massive Mauer sprechen. Grauer Staub könnte allerdings sowohl von massiven Steinen, als auch von leichten Baustoffen (z.B. Gasbeton) kommen. In diesem Fall hilft der nächste Tipp weiter.
  • Ein sehr verlässlicher Indikator ist das Bohren bzw. die Bohrgeschwindigkeit. Leichte Wände bieten der Bohrmaschine kaum Widerstand und das Loch ist innerhalb von Sekunden gebohrt. Bei massiven Mauern muss dagegen viel Kraft aufgewendet werden und der Bohrer dringt nur langsam in das Mauerwerk vor. Um das festzustellen macht man entweder eine Testbohrung an einer nicht sofort sichtbaren Stelle, oder greift auf Erfahrungswerte zurück (z.B. Bilderaufhängen an der selben Wand).
    Wichtig: Bei Ziegelmauerwerk nicht das Schlagwerk der Bohrmaschine verwenden, sondern normal bohren, da ansonsten die Ziegelsteine zerschlagen werden!

2. Kann man die Dübel aus dem Lieferumfang verwenden?

Auch eine günstige Klimmzugstange für die Wand kann qualitativ hochwertig sein und jahrelang halten. Doch um das Sportgerät zu Schnäppchenpreisen anbieten zu können, wird leider oft am Befestigungsmaterial oder genauer, den Dübeln gespart, obwohl diese entscheidend für eine sichere Verankerung sind. Schließlich müssen die kleinen Plastikpfropfen die Gesamtbelastung von Trainierendem und Klimmzugstange auf die Wand übertragen können ohne dabei auszureißen. Die manchmal im Lieferumfang enthaltenen Dübel sind leider oft nur von durchschnittlicher Qualität und sollten deshalb sicherheitshalber gegen hochwertige Exemplare ausgetauscht werden. Zudem werden meist nur Standarddübel beigelegt, die in massiven Wänden funktionieren mögen, bei leichten Baustoffen wie Gasbeton und Co., aber nicht einsetzbar sind. In solchen Fällen muss man auf Spezialdübel zurückgreifen, die sich beispielsweise mit der Wand verkleben. Da es für jedes Material einen zugehörigen Dübel gibt, solltest du dich unbedingt fachmännisch beraten lassen und dabei folgende Infos mitbringen: Das Material deiner Wand, die Anzahl der Dübel / Schrauben, die zur Befestigung gebraucht werden und das Gewicht, das die Klimmzugstange am Ende tragen soll (also mehr als dein Körpergewicht).

3. Was ist mit Wasser- & Stromleitungen im Montagebereich?

Eine Klimmzugstange, eine ausreichend belastbare Wand und die richtigen Dübel sind organisiert? Bevor man direkt mit Bohrmaschine und Co. an die Arbeit geht, sollte man sicherstellen, dass keine Leitungen durch den Montagebereich verlaufen, die man versehentlich anbohren könnte. Schließlich will man möglichst schnell mit dem Klimmzugtraining beginnen und sich nicht mit einem Kurzschluss oder einem Wasserleck herumärgern müssen. Mit den folgenden Methoden kannst du herausfinden, ob du die Klimmzugstange gefahrlos an der Wand aufhängen kannst, oder ob du dir besser eine andere Stelle suchen solltest.

  • Wie immer gilt auch hier: Eine Nachfrage beim Hausmeister, Bauherren oder Architekten oder ein Blick in evtl. verfügbare Pläne hilft am besten weiter. Ansonsten helfen die Tipps unterhalb weiter.
  • Sieh zunächst nach, was sich auf der anderen Seite der Wand befindet. Gibt es dort Lichtschalter, Lampen, Wasserhähne oder Abflüsse ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass im Montagebereich Leitungen verlaufen. Grenzt die Wand an eine andere Wohnung hilft freundliches Fragen beim Nachbarn. Auch Leitungsstränge aus anderen Etagen könnten in der Wand verlegt sein. Erkundige dich deshalb auch bei den Nachbarn über und unter dir.
  • Man kann auch einen Leitungsdetektor einsetzen, um festzustellen, wo man gefahrlos bohren kann. Das Suchgerät wird mehrfach über den Bereich bewegt, um möglichst exakt zu ermitteln, ob und wo eine Leitung in der Wand verläuft. Diesen Vorgang wiederholt man für jedes Bohrloch und markiert die leitungsfreien Stellen für die Bohrung. Falls du sowieso nach einem Leitungssuchgerät suchst,  kann ich das Bosch PDO 6 empfehlen, weil es eine ziemlich praktische Markierungsöffnung hat.

4. Wie montiert man die Klimmzugstange an der Wand?

Wenn das richtige Befestigungsmaterial parat und eine geeignete Stelle für die Klimmzugstange an der Wand gefunden ist, kann man mit der eigentlichen Montage beginnen. Am besten holst du dir eine/n Helfer/in, denn zu zweit geht die Montage deutlich schneller und einfacher als alleine.
Wichtig: Beachte auf jeden Fall die Montageanleitung des Herstellers sofern vorhanden!

  • Als erstes solltest du Ausmessen auf welcher Höhe die Klimmzugstange befestigt werden soll.
    Im Optimalfall hängt das Trainingsgerät so hoch, dass du einige Zentimeter hochspringen musst, um dich festzuhalten. Achten aber auch auf ausreichend Kopffreiheit. Von den Schultern bis zum Scheitel (mindestens) sollte alles über der Stange Platz haben. Wer fortgeschrittene Übungen wie Muscle-Ups machen will, sollte platzmäßig den gesamten Oberkörper (bis zur Hüfte) über die Stange bewegen können. Wer hohe Decken hat, ist hier klar im Vorteil. Hast du deine individuelle Höhe gefunden, markierst du sie mit einem Bleistift, damit du sie wiederfindest.
  • Jetzt brauchst du deinen Helfer. Während der Helfer die Klimmzugstange in der markierten Höhe an die Wand drückt, kannst du sie mit einer Wasserwage gerade ausrichten. Die Wasserwage legst du dazu am besten auf die Stange selbst. Sobald die Stange austariert ist, markierst du das oberste linke und rechte Bohrlocher, sodass du sie wiederfindest. Die Klimmzugstange kannst du jetzt wieder abstellen.
  • Jetzt wird das erste Loch gebohrt. Wähle dazu die oberste linke Bohrmarkierung. Stell deine Bohrmaschine auf die Dübellänge ein und benutze einen Bohrer, der zum Dübel-Durchmesser passt. Bei Beton oder einem massiven Ziegelmauerwerk schaltest du das Schlagwerk der Bohrmaschine ein. Bei leichten Baustoffen darf aber kein Schlag verwendet werden.
    Setze den Bohrer auf die Markierung und bohre das erste Loch. Achte darauf, dass die Bohrmaschine im Lot (also 90° Winkel) zur Wand steht, damit das Loch nicht schief gebohrt wird.
    Tipp: Um unnötigen Schmutz zu vermeiden, saugt man den entstehenden Bohrstaub am besten direkt unter dem Bohrloch mit einem Staubsauger ab.
  • Als nächstes steckst du den Dübel in das Loch (achte auf die Herstellerhinweise, vor allem bei Spezialdübeln), dein Helfer drückt die Klimmzugstange wieder an die Wand und du schraubst die Stange fest. Lass aber soviel Spiel, dass du das Gestell noch hoch und runter bewegen kannst (warum erfährst du gleich).
  • Die Stange ist jetzt also auf der linken Seite befestigt und dein Helfer hält sie weiterhin in der richtigen Position. Die Bohrloch-Aussparungen der Klimmzugstange markieren jetzt die Stellen, an denen ebenfalls gebohrt werden muss. Nimm einen kleineren Bohrer und bohre alle anderen Löcher vor.
  • Dein Helfer schwenkt die Klimmzugstange so zur Seite, dass du ungestört mit dem richtigen Bohrer nachbohren kannst. Stecke dann Dübel in alle Bohrlöcher.
  • Schraube die oberste rechte Schraube ein und danach alle anderen. Ziehe alle Schrauben gleichmäßig fest und belaste die Klimmzugstange vorsichtig zum Test.
  • Die Montage ist damit abgeschlossen.

Fazit

In diesem Beitrag haben wir die wichtigsten Aspekte der Wandmontage erklärt.
Massive Wände aus gebrannten Ziegeln, Stein, Beton oder Holz und unter Umständen leichte Wände mit Spezialdübeln und Trockenbau- / Gipswände mit tragender hinterlegter Wand sind für die Befestigung einer Klimmzugstange geeignet. Außerdem weißt du nun warum man keine mitgelieferten Dübel verwenden soll und wie sich feststellen lässt, ob sich Leitungen im Montagebereich befinden. Und natürlich kannst du deine Klimmzugstange jetzt auch selbst montieren.

Falls du noch Fragen, Lob oder Anregungen hast, schreib uns doch einfach einen Kommentar.

Hinweis: Unsere Montageanleitungen wurden mit größter Sorgfalt und nach bestem Gewissen erstellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte können wir jedoch keine Gewähr übernehmen. Zudem weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass die Montage auf eigene Verantwortung geschieht und wir für eventuell entstehende Schäden, Verletzungen oder Unfälle keine Haftung übernehmen.


Kommentare


Test: Hold Strong Klimmzugstange Wand HS-K-W6 10. März 2016 um 20:09

[…] Anleitung: Klimmzugstange Wand […]

Antworten

Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *